Der Baron von Zanzenberg

Die Schundhefte

Mit den Schundheften belebt unartproduktion unter dem Label #edition zanzenberg eine alte Form der billigen & niederschwelligen Lektüre und setzt sie für neu entstehende literarische Texte ein.

Ehrenschutz: Baron von Zanzenberg*. Herausgeber: Ulrich Gabriel.

Die neuen „Groschenhefte“ werden von wechselnden AutorInnen verfasst und illustriert, u.a. von Kurt Bracharz, Joe Gmeiner, Christian Futscher, Ulrich Gabriel, Petra Nachbaur, Ralph Saml, Margit Heumann, Stefan Bösch, Günter Köllemann, Lucia Mennel. Jedes neue Heft liegt auch in den Ärzte-Wartezimmern der Aktion „Lesen statt Warten“ von unartproduktion auf.

Das ABONNEMENT(15 Euro / 5 Hefte / portofreie Zusendung) gilt für 1 Jahr und wird nur nach erneuter Einzahlung des Abopreises, also nicht automatisch, verlängert.

Das EINZELHEFT kostet 5,00 Euro im Buchhandel, im Webshop oder bei Mailbestellung office@unartproduktion.at (zzgl. Versandkosten).

Auflage mindestens 300 pro Ausgabe. Vertrieb: Morawa, Runge, Shop unartproduktion.
*Unabhängig, garantiert subventionsfrei.

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Aktuelle Sonntagskolumne von Ulrich Gabriel:

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Fünf Balkone

Veröffentlicht am 18.11.2018 07:00 von Ulrich Gabriel

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Die da oben, die Regierenden. Da unten, die Regierten. Der 1. Balkon schildert die Glückseligkeit Österreichs 1955. Oben: Figl (ÖVP) tritt mit den Außenministern der Alliierten auf den Balkon des Belvedere, reißt den Staatsvertrag wie eine errungene Sporttrophäe in die Höhe, ruft „Österreich ist frei“, die Masse jubelt, die Minister lachen, die Menge vor dem Balkon auch, es wird Walzer getanzt, alles gut. Stimmt aber nicht so. Der „ist frei Satz“ wurde nicht auf dem Balkon gesprochen sondern war der letzte seiner Rede direkt nach der Unterzeichnung des Staatsvertrags im Saal. Drinnen redete Molotow zu lang, Dulles wurde von der Pummerin übertönt, ein Fotograf rutschte auf dem Parkett aus, die Sitzordnung stimmte nicht und Österreich war nach dem Satz gar nicht frei sondern erst nach einer Dreimonatsfrist. Unten: Der Ö-Volk. Außerdem wurde dort der bis an die Grenzen strapazierte Opfermythos erkauft, u.a. mit Öl an die Russen. Vorarlberg gab am 15. Mai bekannt, dass man nun doch bei Österreich bleibe. Die Schweizer hatten kein Interesse an Vorarlberg. (Zit. ORF 14.5.2015)

Der 2. Balkon ist Teil einer Erzählung von Alfred Polgar, in der gute Menschen, geistig anspruchsvoll und offen für den Jammer der Welt, bei gutem Wein in der Abendsonne gute Gespräche führen. Die Aussicht ist zauberisch schön, besonders für den Hausherrn, der vor gemeinen Nöten sicher: Er sieht vom Balkon aus über den kleinen europäischen See hinüber bis nach Afrika, wo blühende Kupferminen die Dividende reifen lassen. Plötzlich wird die Balkongesellschaft Augenzeuge eines heftigen Zugsunglückes in der Nähe und ist geschockt. Tote, Verstümmelte. Als klar wird, dass keine Bekannten in den gecrashten Zügen gestorben sind, finden sie, dass so eine Katastrophe, auch wenn sie vor den Augen passiert, sich aus der nahen Ferne optisch nicht mehr als eine Modelleisenbahn ausnimmt. Der Hausherr meint, bei allem Respekt vor dem Furchtbaren, dass aus der Ferne eben auch das Grausige nicht grausig wirke. Danach setzen sie die guten Gespräche in der Abendsonne bei gutem Wein auf dem Balkon wieder fort.

Der 3. Balkon heißt European Balcony Project und hat gerade erst an zahlreichen Theaterbalkonen in Europa stattgefunden. Oben am Balkon: Die KünstlerInnen, „Weltwertegemeinschaft der Freien und Gleichberechtigten“ als Ausgangspunkt einer „Weltregierung“. Idee: Robert Menasse, Ulrike Guérot, Milos Rau. Unten: Der Volk Europa. Zweck oben. Ausrufung einer „Europäischen Republik“ mit einer „Erklärung der Vielen“.

Der 4. Balkon. Marrakesch im Dezember. Oben: Die UNO-Diplomaten. Zweck: Global Compact for safe, orderly and regular Migration. Unten: Der Volk der Welt.

Der 5. Balkon. Oben: Waldorf, der grauhaarige & Statler, der weißhaarige kommentieren. Unten: Kermit & die Muppets.

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