Der Baron von Zanzenberg

Die Schundhefte

Mit den Schundheften belebt unartproduktion unter dem Label #edition zanzenberg eine alte Form der billigen & niederschwelligen Lektüre und setzt sie für neu entstehende literarische Texte ein.

Ehrenschutz: Baron von Zanzenberg*. Herausgeber: Ulrich Gabriel.

Die neuen „Groschenhefte“ werden von wechselnden AutorInnen verfasst und illustriert, u.a. von Kurt Bracharz, Joe Gmeiner, Christian Futscher, Ulrich Gabriel, Petra Nachbaur, Ralph Saml, Margit Heumann, Stefan Bösch, Günter Köllemann, Lucia Mennel. Jedes neue Heft liegt auch in den Ärzte-Wartezimmern der Aktion „Lesen statt Warten“ von unartproduktion auf.

Das ABONNEMENT(15 Euro / 5 Hefte / portofreie Zusendung) gilt für 1 Jahr und wird nur nach erneuter Einzahlung des Abopreises, also nicht automatisch, verlängert.

Das EINZELHEFT kostet 5,00 Euro im Buchhandel, im Webshop oder bei Mailbestellung office@unartproduktion.at (zzgl. Versandkosten).

Auflage mindestens 300 pro Ausgabe. Vertrieb: Morawa, Runge, Shop unartproduktion.
*Unabhängig, garantiert subventionsfrei.

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Aktuelle Sonntagskolumne von Ulrich Gabriel:

Das
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Mutluluk

Veröffentlicht am 15.07.2018 07:02 von Ulrich Gabriel

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Als am Abend des 15. Juli die Nacht über den Schweizer Bergen ins Dunkel grummelte, zeigten sich am Himmel mehrere helle Punkte, die rasch größer wurden und auf den Moränenhügel Pürrentos* zukamen. Der Baron wandelte im seidenen Schlafrock entlang der dunklen Wiese, genoß einen schwarzen Afghanen und taumelte ins Sternbild Zwillinge. Das luftig leichte Sommerzeichen kam seiner Stimmung entgegen. Er wurde durchsichtig und schwebte als Seifenblase durch Hirngespinste, Spiegelungen und irreale Flunkereien. Hokuspokus. Ein glitzernder türkischer Teppich flog vom Himmel und landete auf der Spitze einer morgenländischen Zwiebel, die sich als der Oberdorfer Kirchturm entpuppte. Auf dem Rathaus landete ein Seidenteppich mit heimischen Bauchtänzerinnen obendrauf. Ya Salam! Mit ihren lasziven Bewegungen verstanden sie Barons Gemächt zu erwecken. Weiter südlich war ein „Kelim“ gelandet. Auf dem Hatler Kirchturm! Nicht genug: Fünf Schischa rauchende Orientalen entstiegen dem Teppich und drehten sogleich ein paar Runden über der Kleinstadt, die unbedingt Großstadt werden wollte. Der sich mit ihnen ausbreitende süßliche Geruch milderte die kulturhauptstädtischen Geburtskrämpfe der Rathausnoblessig. Inzwischen hatte sich der Baron auf einer Bank niedergelassen, um sich dem vor ihm entfaltenden Schauspiel hinzugeben. Eine Vielzahl exotischer Tiere bevölkerte die Zanzenbergwiese: Üppige Pfauen, außergewöhnliche Seeschlangen, Riesenfische, Adler und andere Greifvögel, sowie Schwalben, Reiher und anderes Getier. Vier Bäume der Zanzenbergallee hatten sich vor seinen Augen in Minarette verwandelt, von denen Muezzine die Gläubigen zum Gebet riefen. Mysteriöse Gestalten tauchten auf, exotische Kleider in schillernden Farben, einfache Kopftücher, Burkas, Trommler. Ein Janitscharen-Korps spielte auf, der Urgroßvater der heimischen Blasmusik. Jetzt löste sich aus der Mitte eine Person mit einem großen Buch in der Hand und kam direkt auf den Baron zu. „Salam Aleikum“ grüßte der Mann und stellte sich mit einer tiefen Verbeugung dem Baron als „Ustad ‘Osman“ – Buchmaler vom Hofe Murad III. vor. Der Baron sagte „Grüßgott in Vorarlberg“. Zu seiner völligen Überraschung gab ihm der Buchmaler das mitgebrachte goldverzierte Buch und bat ihn es als Geschenk anzunehmen. Es sei das Buch „Matali’ al-sa’adet“. Übersetzt bedeute es „Das Buch der Glückseligkeit“ (Mutluluk) erklärte Ustad ‘Osman dem perplexen Baron. Der wollte sich gerade bedanken, als im selben Moment ein Hippokamp wieherte und vorbeitrabte. Als hätte das Fabeltier alles mitgenommen, erlosch die prächtige orientalische Szene, der Buchmaler war verschwunden. Nur auf der Bank glitzerte noch etwas: Mutluluk.

*Pürrento = Torrinpuirron (895)

jetzt erhältlich

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